Obwohl die parallele Nutzung von Microsoft und SAP in vielen Unternehmen zum Alltag gehört, sind dem Datenfluss zwischen den verschiedenen Systemen in der aktuellen Arbeitsrealität enge Grenzen gesetzt. Verbindungen lassen sich nur begrenzt und mit einem hohen zeitlichen Aufwand herstellen.

Abhilfe soll schon bald SAP Business Data Cloud Connect (SAP BDC Connect) for Microsoft Fabric schaffen. Die neue Funktion verspricht, eine Brücke zwischen der Business Data Cloud (SAP BDC) und Microsoft Fabric zu bauen, den großen Analyseplattformen der beiden Technologiehersteller. Beginnt damit für Unternehmen, die sowohl Microsoft als auch SAP zur Datenverarbeitung und -analyse nutzen, ein neues Zeitalter des nahtlosen und bidirektionalen Datenaustauschs?

Was ist SAP BDC Connect?

SAP BDC Connect ist ein Konnektor, der die SAP BDC mit externen Analyseplattformen anderer Technologiehersteller verbindet. Die Besonderheit von SAP BDC Connect ist der Zero-Copy-Ansatz: Daten werden bidirektional und in Echtzeit zwischen den Tools geteilt und müssen nicht mehr physisch repliziert werden.

Bisher ist SAP BDC Connect bereits für Databricks und Snowflake verfügbar. Bis zur Veröffentlichung des Konnektors für Microsoft Fabric müssen sich SAP-Anwender jedoch noch gedulden. Seit der großen Ankündigung am 18. November 2025 auf der Microsoft Ignite in San Francisco ist klar, dass Unternehmen noch mindestens bis in das dritte Quartal 2026 warten müssen, um SAP-Datenprodukte nativ in Microsoft OneLake verfügbar zu machen. Eine weitere Ankündigung, wann genau die Veröffentlichung im dritten Quartal geplant ist, gibt es aktuell nicht. Als Grund für die Wartezeit vermuten Expertinnen und Experten der hohe Entwicklungsaufwand, der hinter dem Connector für Microsoft Fabric steckt. Um diesen zu realisieren, muss eine grundlegend neue, tiefere semantische Integration in Microsoft OneLake entwickelt werden. Snowflake und Databricks basieren dagegen beide auf dem quelloffenen Delta Sharing-Protokoll, auf dem auch die SAP BDC aufsetzt.

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Wie funktioniert das Zero-Copy-Sharing mit SAP BDC Connect?

Anstelle klassischer ETL-Pipelines, in welchen die Daten zunächst aufwendig kopiert und transformiert werden müssen, stellt SAP BDC Connect Daten virtuell bereit. Dadurch können sie systemübergreifend genutzt werden. Das bedeutet, die Daten verbleiben physisch an ihrem ursprünglichen Speicherort. Die Verfügbarkeit entsteht durch eine Sharing-Beziehung. Dabei findet keine reine Datenübertragung statt, denn auch der fachliche Kontext wird bei der Übermittlung berücksichtigt. Konkret bedeutet dies, dass beispielsweise Business-Logiken, Feldbezeichnungen und Kennzahlendefinitionen übernommen werden und damit der jeweilige Kontext und die Bedeutung der Daten auch über Systemgrenzen hinweg erhalten bleiben. BDC Connect funktioniert dabei in beide Richtungen und lässt den Datenfluss sowohl zwischen SAP und Microsoft als auch in die andere Richtung zu. Datensätze aus der Business Data Cloud lassen sich in Microsofts zentraler Datenschicht OneLake bereitstellen – und umgekehrt.

Zu beachten ist jedoch, dass keine Übertragung der Zugriffsberechtigungen stattfindet. Diese müssen Anwender im Zielsystem neu einrichten. Das stellt grundsätzlich keinen Nachteil dar, ist jedoch ein zusätzlicher Implementierungsaufwand, der berücksichtigt werden muss. Welche Auswirkungen dies konkret auf das eigene Unternehmen und dessen Architektur hat, hängt von den jeweiligen Rahmenbedingungen ab.

Die genauen technischen Details von SAP BDC Connect vor Microsoft Fabric (u.a. die API-Mechanik oder die Katalog-Synchronisation, aber auch das konkrete Lizenz- und Kostenmodell) sind noch nicht öffentlich bekannt. Wie umfassend und die Integration in das Microsoft-Ökosystem sein wird und welche Kosten auf Anwender zukommen, wird sich daher erst mit der Veröffentlichung zeigen.

Welche Vorteile verspricht SAP BDC Connect for Microsoft Fabric?

Kritische Stimmen sehen in der Strategie von SAP, Integrationsmöglichkeiten zu anderen Analyseplattformen zu schaffen, vor allem ein Eingeständnis: Die SAP BDC habe allein keinen ausreichenden Reifegrad, um SAP-Anwender vom Abwandern in leistungsstärkere Data-Plattformen abzuhalten. Anderen erscheint diese Strategie angesichts zunehmend offener Datenökonomien als logischer Schritt. So oder so ist die Ankündigung eine gute Nachricht für alle Unternehmen, die von den Vorteilen verschiedener Technologieanbieter profitieren wollen. Doch was bringt Unternehmen SAP BDC Connect konkret?

Tiefgreifende Integration von SAP-Daten in das Microsoft-Ökosystem

Durch SAP BDC Connect for Fabric entsteht für Unternehmen eine semantisch reichhaltige Datengrundlage von SAP- und Non-SAP-Daten, auf die sie schnell und ohne Replikationsaufwand zugreifen können. Die nahtlose Integration in Microsofts beliebten Geschäftsanalyse-Dienst Power BI ermöglicht Analysen mit SAP-Daten, ohne Business-Logiken und Semantiken aufwändig nachzubauen. Die Verknüpfung von SAP- und Non-SAP-Daten fördert zugleich die Verlässlichkeit datengetriebener Entscheidungen. Die versprochene Integration soll tief in das Ökosystem von Microsoft hineinreichen: SAP-Daten werden laut SAP auch in Microsoft 365, Microsoft Copilot und Microsoft AI Foundry nutzbar sein. Gerade für die Entwicklung fortschrittlicher KI-Anwendungen und KI-Agenten sowie für die Multi-Agenten-Zusammenarbeit zwischen SAP Joule und Microsoft Copilot entstehen so neue Möglichkeiten. Ob Konzernreporting, PowerBI-Dashboards mit SAP-Vertriebsdaten oder Workforce Analytics mit Microsoft Fabric und SAP SuccessFactors – überall dort, wo beide Technologiewelten aufeinandertreffen, dürfen Nutzerinnen und Nutzer auf einen deutlichen Effizienzgewinn hoffen.

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Hybride Strategieansätze fördern Innovationsfähigkeit und Effizienz

Schlussendlich unterstützt BDC Connect ganz grundlegend den hybriden Strategieansatz, den viele Unternehmen inzwischen favorisieren, um das bestmögliche aus ihrer Systemlandschaft herauszuholen. Zum einen sinkt die Abhängigkeit von einem Technologieanbieter und damit das Risiko eines Vendor-Lock-ins, zum anderen können Unternehmen ihre Innovationsfähigkeit und Effizienz verbessern, wenn sie Plattformen und Tools ausschließlich danach wählen, was am besten zu ihren Anforderungen passt. Gleichzeitig wird sich erst mit der Zeit zeigen, wie leistungsstark der Konnektor zwischen den beiden Technologiewelten tatsächlich ist.

Wie können sich Unternehmen auf SAP BDC Connect vorbereiten?

Sich vollumfänglich auf die Nutzung von SAP BDC Connect vorzubereiten, ist aufgrund der noch fehlenden technischen Details, der überschaubaren Informationslage sowie der noch unbekannten Lizenz- und Kostenmodelle nicht richtig möglich. Dennoch gibt es einige erste Schritte, die Unternehmen gehen können, um nach dem Release von SAP BDC Connect for Microsoft Fabric für die Nutzung gerüstet zu sein:

  1. Haben Sie bereits andere Integrationsansätze umgesetzt, um SAP- und Microsoft-Daten austauschfähig zu machen (wie etwa Mirroring für SAP Datasphere oder SAP-Table-Connector in Data Factory)? Klären Sie, ob diese langfristig durch BDC Connect ersetzt, ergänzt oder parallel weiterbetrieben werden sollen.
  2. Die SAP Business Data Cloud ist Grundvoraussetzung für die Nutzung des Konnektors: Wie ist der aktuelle Status in Ihrem Unternehmen? Setzen Sie die SaaS-Plattform bereits ein oder planen Sie die Einführung? Welcher Zeitrahmen ist dafür vorgesehen?
  3. Identifizieren Sie erste Pilotanwendungsfälle im Unternehmen, für die sich die Integration über SAP BDC Connect besonders lohnen könnte. Gibt es beispielsweise einen Fachbereich, bei dem die Integration von SAP-Daten in Microsoft aktuell überdurchschnittlich aufwändig ist?

Rund um den Einsatz von SAP BDC Connect for Fabric gibt es auch heute noch viele Fragezeichen. Gerne unterstützen wir Sie dabei, Ihre Ausgangslange gemeinsam zu bewerten, Potenziale zu identifizieren und Sie über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

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Über den Autor

Nikolas Mohr

Senior Consultant

Technologiewelten zu verbinden, fasziniert mich, besonders dort, wo SAP und Microsoft aufeinandertreffen. Als Senior Consultant im Bereich Data & Analytics treibt mich die Frage an, wie unterschiedliche Plattformen optimal zusammenspielen können, um aus Daten echten Mehrwert für unsere Kunden zu generieren.


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