Die Zukunft von SAP IS-H: Das sind die Möglichkeiten für SAP-Anwender 


Immer mehr Unternehmen bereiten sich auf eine Migration ihres R/3-Systems in eine neue SAP S/4HANA-Umgebung vor. Doch für Gesundheitsdienstleister wie Kliniken oder Krankenhäuser wird der Wechsel zu SAPs neuer ERP-Generation zur Herausforderung: Für die Branchenlösung Industry Solution Healthcare (IS-H) gibt es noch kein passendes Äquivalent in S/4HANA. 

Industry Solutions sind nicht in S/4HANA integriert 

Der digitale Kern der neuen Business Suite, das sind die Warenwirtschaft und die Buchhaltung. Finanz- und Logistikprozesse lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt sehr gut in der neuen ERP-Generation abbilden. Mehr oder weniger leer gehen stattdessen die Nutzer der SAP Industry Solutions (IS) aus. Im R/3 waren die Branchenlösungen noch integriert, in S/4HANA sind sie kein Bestandteil des ERP-Kerns mehr. Sie sollen zukünftig über Drittlösungen aus der Cloud abgebildet werden. 

Für Anwender aus dem Gesundheitswesen, die bisher auf SAP IS-H gesetzt haben, sieht die momentane Situation in S/4HANA daher folgendermaßen aus: Die Industrielösung wird es langfristig nicht mehr geben. Ab 2022 will SAP eine Alternativlösung für SAP IS-H anbieten.  

Welche Möglichkeiten haben SAP IS-H-Nutzer langfristig? Und wie können Sie sich auf die Zukunft vorbereiten? 

Welche Möglichkeiten haben SAP IS-H-Anwender in Zukunft? 

Bis 2027 stellt SAP den Support für das R/3 ein. Gesundheitsdienstleister kommen nicht darum herum, sich mit einer wichtigen Frage zu beschäftigen: Wie kann ich mein Patientenmanagement zukünftig abbilden? Zum jetzigen Zeitpunkt haben Sie als SAP IS-H-Anwender folgende Möglichkeiten:

1. Sie setzen zwei parallele Systeme ein.

Wenn Sie bereits planen, in absehbarer Zeit auf S/4HANA zu wechseln, können Sie durch eine IS-H / S/4HANA-Integration die Funktionalitäten von SAP IS-H vorübergehend beibehalten. Diese Integration setzt die Existenz von zwei parallelen ERP-Systemen voraus. Auf der einen Seite haben Sie ein R/3-System auf dem das IS-H läuft. Auf der anderen Seite haben sie eine S/4HANA-Umgebung, auf der Sie bereits Ihre Finanzbuchhaltung, Ihre Materialwirtschaft und das Controlling abbilden können. Intermediate Documents (iDOCS) gewährleisten Ihnen eine Echtzeitkommunikation zwischen beiden Systemen. Der große Vorteil: Sie können weiterhin alle gewohnten Funktionen Ihrer Industry Solution nutzen, während Abrechnungen etc. bereits über das S/4-System laufen. 

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IS-H / S/4HANA-Integration: Links das R/3-System und rechts die S/4HANA-Umgebung.

Die IS-H / S/4HANA-Integration ist jedoch keine langfristige Lösung. Sie wird von SAP nur so lange unterstützt, wie auch die Wartungszusage für die alte Business Suite läuft. Gerade in der Gesundheitsbranche, die von starken Regulationen betroffen ist und in dem großen Mengen von sensiblen Daten verarbeitet werden, wird dies unausweichlich zu einem Problem. 

Zudem sollten Sie sich überlegen, ob Sie zwei ERP-Systeme betreuen wollen. Nicht nur die Infrastruktur verdoppelt sich, auch die Wartung der Systeme ist deutlich aufwändiger. 

2. Sie nutzen SAP Patient Accouting und SAP Patient Administration. 

SAP hat angekündigt, 2022 eine neue Generation von Healthcare-Tools auf den Markt zu bringen: SAP Patient Administration und SAP Patient Accounting. Über SAP Patient Administration sollen zukünftig die Gesundheitsakten von Patienten verwaltet und das Ressourcenmanagement abgebildet werden. SAP Patient Accounting ermöglicht Ihnen dagegen die Patientenabrechnung und Zahlungsabwicklung.  

SAP Patient Accounting ist ausschließlich als Public-Cloud-Lösung verfügbar. Es wird nicht die Möglichkeit geben, diese SAP-Erweiterung On-Premise aus dem eigenen Rechenzentrum zu betreiben. Bis SAP IS-H-Anwender die neuen Tools tatsächlich nutzen können, dauert es zwar noch: Sie sind jedoch SAPs langfristige Antwort für das digitale Patientenmanagement.  

Fazit: Welcher Weg ist der richtige für Sie? 

Ob sie sich für die erste Möglichkeit entscheiden oder lieber auf das Release von SAP Patient Administration und SAP Patient Accounting warten sollten, hängt von Ihrer SAP-Strategie ab. Haben Sie vor, bald den Wechsel auf die neue Business Suite zu vollziehen, können Sie durch die Integration von IS-H schon jetzt in der neuen ERP-Welt arbeiten. Sie müssen dabei nicht auf IS-H verzichten. Naht das Supportende für R/3, können Sie außerdem schneller vollständig auf S/4HANA umziehen. 

Sieht Ihre Strategie in naher Zukunft noch keine S/4HANA-Migration vor, so haben Sie die Möglichkeit, auf die Veröffentlichung der neuen Healthcare-Tools zu warten. Bis dahin können Sie weiterhin Ihre gewohnte IS-H-Umgebung nutzen. Bedenken Sie jedoch, dass der einmalige Umstellungsaufwand am Ende deutlich größer ausfallen wird als bei der zuvor genannten Möglichkeit. 

Wissen Sie noch nicht genau, welche Strategie am besten zu Ihnen passt? Gerne unterstützen wir Sie dabei, den richtigen Weg für Ihr Unternehmen zu finden. 

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